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Ernährung & Stillen

Schoppen

Ein Schoppen bezeichnet im Sprachgebrauch der Säuglingsernährung ein Trinkgefäß (Babyflasche) sowie die darin zubereitete Mahlzeit aus Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung.

Definition

Der Begriff Schoppen stammt aus dem regionalen Sprachraum (vor allem Schweiz und Süddeutschland) und bezeichnet in der Säuglingspflege sowohl das Babyfläschchen selbst als auch die trinkfertig zubereitete flüssige Säuglingsmahlzeit. Das Füttern mit der Flasche wird entsprechend als Schoppengeben oder Schöppeln bezeichnet.

Aufbau und Bestandteile

Ein Schoppen besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten:

  • Flaschenkörper: Gefertigt aus hitzebeständigem Glas oder BPA-freiem Kunststoff (z. B. Polypropylen).
  • Saugeraufsatz: Aus Silikon oder Naturkautschuk (Latex), abgestimmt auf Alter und Saugkraft des Säuglings.
  • Schraubring mit Dichtplättchen: Fixiert den Sauger und verhindert das Auslaufen beim Transport.
  • Schutzkappe: Schützt den Sauger vor Verunreinigungen und Keimen.

Inhalt und Zusammensetzung

In den Schoppen gehört ausschließlich altersgerechte Flüssignahrung:

  • Abgepumpte Muttermilch: Erwärmt auf Körpertemperatur (ca. 37 °C).
  • Säuglingsanfangsnahrung (Pre oder 1er): Nach Herstellerangaben mit abgekochtem Wasser zubereitet.
  • Folgemilch: Erst nach Einführung der Beikost ab dem 6. Lebensmonat.

Warum ist das wichtig?

Der Begriff Schoppen ist im Schweizerischen und süddeutschen Raum der Standardbegriff für die Flaschenfütterung von Säuglingen. Er wird in der Hebammenberatung, in Elternkursen und in der pädiatrischen Praxis synonym zu Fläschchen oder Trinkflasche verwendet.

Relevant ist der Schoppen bei:

  • Nicht-Stillen oder partiellem Stillen (Zwiemilchernährung)
  • Fütterung abgepumpter Muttermilch durch Partner oder Betreuungspersonen
  • Zufütterung medizinisch indizierter Spezialnahrungen
  • Flüssigkeitsgabe ab dem Beikostalter

In der Praxis

Für die sichere und hygienische Handhabung eines Schoppens gelten feste Vorgaben:

  • Temperaturkontrolle: Die optimale Trinktemperatur beträgt 37 °C. Ein Tropfentest auf der Innenseite des Handgelenks verhindert Verbrühungen.
  • Mischverhältnis: Strikte Einhaltung der Dosierungsangaben des Herstellers. Zu viel Pulver belastet die Nieren, zu wenig führt zu Nährstoffmangel.
  • Paced Bottle Feeding: Den Schoppen waagerecht halten, damit das Baby das TrSpecificationstempo aktiv steuert und kein Überfüttern entsteht.
  • Hygiene: Flaschen und Sauger nach jedem Gebrauch gründlich mit Spülmittel reinigen und in den ersten Lebensmonaten regelmäßig sterilisieren.
  • Reste entsorgen: Bereits angetrunkene Milch innerhalb von maximal zwei Stunden verfüttern oder verwerfen, da sich Keime rasch vermehren.

Häufige Fehler & Missverständnisse

  • Dauernuckeln erlauben: Den Schoppen dem Kind nicht als Beruhigungssauger oder zum Einschlafen im Bett überlassen; dies begünstigt frühkindliche Karies (Nursing-Bottle-Syndrom).
  • Aufwärmen in der Mikrowelle: Erzeugt ungleichmäßige Hitzepunkte (Hotspots), die zu schweren Verbrennungen der Mundschleimhaut führen können.
  • Falsche Saugergröße: Zu große Saugerlöcher überfordern das Neugeborene, führen zu Luftschlucken und begünstigen Koliken.

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