Reboarder
Reboarder ist ein rückwärtsgerichteter Kindersitz für Kleinkinder ab der Babyschale, der erhöhte Sicherheit bei Frontalunfällen bietet. Er wird bis zu einem Alter von ca. 4 Jahren oder einer Körpergröße von 105 cm (nach i-Size) verwendet.
Definition
## Definition
Ein Reboarder ist ein spezieller Kindersitz, der für Kleinkinder entwickelt wurde und entgegen der Fahrtrichtung im Fahrzeug installiert wird. Der Begriff "Reboarder" leitet sich vom englischen "rearward facing" ab. Diese Kindersitze bieten im Vergleich zu vorwärtsgerichteten Sitzen eine signifikant höhere Sicherheit, insbesondere bei Frontalkollisionen.
Die Hauptfunktion des Reboarders besteht darin, die empfindliche Nacken- und Kopfpartie des Kindes zu schützen. Bei einem Frontalaufprall wird der Körper des Kindes in den Sitz gedrückt und die Aufprallenergie großflächig über Rücken, Nacken und Kopf verteilt. Dies reduziert die Belastung der Halswirbelsäule erheblich.
Moderne Reboarder sind häufig nach der i-Size Norm (ECE R129) zertifiziert, welche die Nutzung nach Körpergröße statt Gewicht vorsieht. Sie sind in der Regel für Kinder von 61 cm bis 105 cm (ca. 9 Monate bis 4 Jahre, 18 kg) ausgelegt, einige Modelle sogar bis 125 cm. Die Installation erfolgt meist mittels ISOFIX oder dem Fahrzeuggurt in Kombination mit einem Stützfuß und/oder Top Tether.
Merkmale:
- Fahrtrichtung: Rückwärtsgerichtet
- Altersgruppe: Ab ca. 9 Monate bis 4 Jahre (oder 61-105 cm)
- Befestigung: ISOFIX oder Fahrzeuggurt mit Stützfuß/Top Tether
- Sicherheitsvorteil: Reduzierte Belastung der Halswirbelsäule bei Frontalunfällen
Warum ist das wichtig?
## Verwendungskontext
Der Begriff "Reboarder" wird primär im Kontext der Kindersicherheit im Straßenverkehr verwendet. Er ist relevant für Eltern, die nach einer sicheren Transportlösung für ihr Kleinkind suchen, nachdem die Babyschale zu klein geworden ist. Reboarder sind ein zentrales Thema in Kaufberatungen für Kindersitze, Diskussionen über Verkehrssicherheit und bei der Interpretation von Crashtest-Ergebnissen. Die Empfehlung, Kinder möglichst lange rückwärtsgerichtet zu transportieren, prägt den Einsatz des Begriffs in Fachartikeln, Foren und Elterngesprächen. Auch bei der Ausstattung von Fahrzeugen mit dem ISOFIX-System spielt der Reboarder eine wichtige Rolle, da viele Modelle auf diese Befestigungsart setzen.
In der Praxis
## In der Praxis
Beim Kauf eines Reboarders ist es entscheidend, das Modell im eigenen Fahrzeug zu testen, um Kompatibilität und korrekte Installation sicherzustellen. Achten Sie auf die i-Size Zulassung (ECE R129) und stellen Sie sicher, dass der Sitz zur Größe und Gewicht Ihres Kindes passt. Die Installation muss gemäß Herstelleranleitung erfolgen; ein häufiger Fehler ist die falsche Spannung des Gurtes oder die Nichtbeachtung des Stützfußes/Top Tethers.
Praxistipp: Die Beinfreiheit des Kindes im Reboarder ist ausreichend, auch wenn die Beine angewinkelt sind. Dies beeinträchtigt weder Komfort noch Sicherheit. Viele Reboarder bieten eine Neigungsverstellung, um dem Kind eine bequeme Schlafposition zu ermöglichen. Regelmäßige Kontrolle der Gurtführung und des festen Sitzes im Fahrzeug ist unerlässlich.
Empfehlung: Transportieren Sie Ihr Kind mindestens bis zum vierten Lebensjahr oder bis es die maximale Größe/Gewicht des Reboarders erreicht hat, rückwärtsgerichtet.
Haeufige Fehler & Missverstaendnisse
## Häufige Missverständnisse
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Reboarder weniger Beinfreiheit bieten und daher unbequem für Kinder seien. Tatsächlich ist das Anwinkeln der Beine für Kinder in diesem Alter physiologisch unbedenklich und beeinträchtigt weder Komfort noch Sicherheit. Ein weiterer Irrtum ist, dass Kinder im Reboarder nichts sehen können. Die meisten Modelle sind so konzipiert, dass sie eine gute Sicht zur Seite ermöglichen. Manche Eltern glauben fälschlicherweise, dass ein vorwärtsgerichteter Sitz ab einem bestimmten Alter sicherer sei, dabei ist die rückwärtsgerichtete Position bis etwa 4 Jahre die sicherste Option bei Frontalunfällen.

